Die Wiesnkönigin heißt Anna Knauer

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Bekannte Radsportlerin tauscht den Helm gegen das Buchsbaumkrönchen

Anna Knauer ist die diesjährige Wiesnkönigin. Bei der offiziellen Vorstellung gestern im Bierzelt überraschte sie damit ihre engsten Freunde und sicher auch etliche Wiesnbesucher: Über die 24-Jährige Eichstätterin hatten sie bisher wohl vor allem etwas als erfolgreiche Radsportlerin im EICHSTÄTTER KURIER gelesen. Nun zeigt sie sich von einer ganz anderen Seite, „wobei ich schon immer gesellig und gerne mit Freunden unterwegs war, doch dies war nicht immer so ganz einfach mit dem Leben einer Profisportlerin zu vereinbaren“, erklärt Anna.

Mit dem Radeln auf höchstem Niveau ist es aber bekanntermaßen seit ein paar Wochen vorbei, dieser Entschluss fiel am 2. Juni im engsten Familienkreis. War es Zufall, eine Vorahnung oder einfach nur perfektes Timing, auf jeden Fall ging just am 3. Juni die Anfrage des Volksfestausschusses im Hause Knauer ein, „ob Anna für eine Regentschaft zur Verfügung stehe.“ „Für die Antwort musste ich wirklich nicht lange überlegen“, schmunzelt Anna, „da habe ich sofort zugesagt.“ Ihre Begeisterung teilten die Eltern Ulli und Ernst sowie Bruder Simon spontan, „mehr Leute haben es von uns dann nicht erfahren, nur meine Großeltern habe ich vor ein paar Tagen eingeweiht“, erklärt die Wiesnkönigin.

Schon als Kind war Anna fleißige Volksfestgängerin und nahm oft am Kinderfestzug teil. „Beispielsweise als Pirat, das lag mir damals mehr und ich war auch nie als kleine Wiesnkönigin dabei“, muss Anna lachen. „Auf den Mittwochnachmittag mit den vielen kleinen Nachwuchsköniginnen freue ich mich trotzdem sehr.“ Die werden dann ehrfürchtig zu ihrem Idol aufblicken, das auch schon Erfahrung mit dem großen Festumzug am zweiten Sonntag hat. 2016 durfte sie nach ihrer Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio mit einer Festkutsche teilnehmen, flankiert von der Schernfelder Kerwajugend, bei der sie, wenn es ihre knappe Freizeit erlaubte, seit Jahren aktiv war. Anna, die im Februar 1995 in Eichstätt geboren wurde und die ersten Kinderjahre in Rebdorf verbrachte, mit fünf Jahren aber mit ihrer Familie nach Schernfeld zog, wohnt seit März 2018 wieder in Eichstätt.

Auch ihren ersten Auftritt auf der Volksfestbühne hatte Anna schon vor drei Jahren. Mit der damaligen Wiesnkönigin Lea Ferstl, einer sehr guten Freundin aus Kindheits- und Schultagen, durfte sie schon mal einen Marsch dirigieren. „Da wurde ich ins kalte Wasser geworfen, heuer konnte ich mich gut vorbereiten und mir wertvolle Tipps von Andreas Würzburger holen“, betont Anna. Wobei das Schwingen des Dirigentenstabes kein Problem für sie sein dürfte, schließlich spielt die Absolventin des Gabrieli-Gymnasiums schon lange Klavier und seit gut zwei Jahren auch Saxophon. „Als ich damals eine Pause vom Sport brauchte, habe ich beim Üben wunderbar abschalten können“, berichtet Anna. „Das hat mir damals sehr gut getan.“ 

2013 war sie zur Bundeswehr gegangen, um Profisportlerin zu werden. Bereits im Jahr 2016 fiel dann aber der Entschluss, nicht mehr nur das Radfahren in den Lebensmittelpunkt zu stellen. Im Juli 2016 wechselte sie deshalb zur Bereitschaftspolizei nach Dachau, um dort die Ausbildung zur Polizeimeisterin zu absolvieren, die sie im Sommer 2020 abschließen wird. „Polizistin wollte ich unbedingt werden, das war eigentlich alternativlos“, sagt Anna.

Auszeichnungen und Prämierungen hat Anna zuhauf gesammelt, im Juniorenbereich war sie 26-fache deutsche Meisterin, jeweils einmal Europa- und Weltmeisterin und holte im Erwachsenenbereich zahlreiche Medaillenränge und hervorragende Platzierungen auch bei internationalen Wettkämpfen. „Unerreicht war natürlich die Teilnahme in Rio mit der einmaligen Atmosphäre im Olympischen Dorf“, schildert Anna, „und so wird es mir heuer auch mit dem Volksfest so gehen: Es ist einmalig, das Fest als Wiesnkönigin erleben zu dürfen.“